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 Thema dieser Homepage:
(M)Ein Weg durch die charismatische Szene



Rückblick

Als Kind war ich von gläubigen Leuten sehr beeindruckt, habe den Religionsunterricht gern mitgemacht und mich interessiert mit biblischen Geschichten beschäftigt. Mit 14 Jahren habe ich angefangen, in der Bibel zu lesen. Irgendwann habe ich mich mit der sogenannten "Bergpredigt" (Matthäus 5 - 7) beschäftigt. Danach kam ich zu dem Schluss, dass es unmöglich für mich sei, so zu leben, wie Gott es wollte. Ich wurde wütend auf Gott und fühlte mich von ihm überfordert und im Stich gelassen. Ich beschloss, Atheist zu werden.

Einige Jahre später kam ich mit gläubigen Christen verschiedener konfessioneller Hintergründe in Kontakt, und wir haben versucht, die Aussagen der Bibel zu verstehen. Langsam kam ich hinter die Botschaft des "Evangeliums", nämlich dass Jesus Christus mir etwas schenken wollte und mich so liebt, wie ich bin. Er wollte gar nicht, dass ich ihm ein frommes Leben nach der Bergpredigt "biete". Das einzige, was er von mir möchte, ist, zu seinem Angebot "ja" zu sagen. Er möchte mich verändern, damit ich fähig werde, Seinen Weg zu gehen. Alle Versuche, aus eigener Kraft „christlich“ zu sein, werden scheitern.


Bald wurde mir mein Irrtum bewusst und ich übergab kurze Zeit später Jesus Christus mein Leben. Unsere größtenteils aus Studenten bestehende Gruppe war so etwas wie eine Hausgemeinde. Wir gingen manchmal in klassische "Gottesdienste" verschiedener Frei- oder Landeskirchen, aber unsere Gemeinde war unsere Gruppe – allerdings freundschaftlich in Kontakt mit einigen Freikirchen unserer Stadt.


Charismatische Begegnungen

Irgendwann Anfang der 90ger Jahre wurde
in der christlichen Szene das Thema „Geistesgaben“ populär. Die Lieder änderten sich, es wurde viel über Geist gesprochen und Phänomene erlebt... z.B. auch das sogenannte "Sprachengebet", "prophetische Eindrücke" und das Umfallen, das "Ruhen im Geist" genannt wurde. Ich fand das damals spannend, weil unser Kreis eher nüchtern und "normal" war. Nett, aber ich wollte Action.


Da ging ich in ein paar charismatische Gottesdienste, die in unserer Stadt damals aufkamen – und hatte meine Action... viel schöne Musik (die prima in eine Art Trance führen kann, wie ich das früher auf Konzerten erlebt hatte... nur diesmal sollte es „vom Herrn“ sein)... und interessante bizarre Phänomene (wie man übrigens auch in Hypnose-Shows erleben kann). Ich fand das super –endlich ging mal was ab in der Kirche... und geriet da immer tiefer rein – in den extremeren Teil der charismatischen Szene.


Irgendwann aber meldete sich bei mir innen die Frage, ob das wirklich „der Herr“ war, der für diese Phänomene zuständig war. Die Prediger versicherten das natürlich immer wieder – und sie waren gut in der Massenmanipulation. Immer wieder wurde eingestreut, zweifelnde Gedanken kämen vom Satan und gehörten „gebunden“. Leider verunsicherte mich dies lange, so dass ich mich nicht traute, in diesem Bereich weiter zu forschen. Auch mochte ich die Musik, das Tanzen, die Action, und auch die Leute. Ich besuchte sogar zwei Jahre lang eine charismatische Bibelschule, weil ich diesen Weg für „lebendig“ hielt. Dazu mehr auf den folgenden Seiten.


Aber die inneren Fragen hörten nicht auf und ich begann, die Bibel mit den Lehren der charismatischen Szene, in der ich war, zu vergleichen. Dabei stieß ich auf Ungereimtheiten und wagte es einmal, mit dieser ehrlichen Frage zu einem Prediger zu gehen. Ich hatte mich echt vorbereitet und wollte ihm das darlegen. Aber der schmetterte das sofort mit der Aussage ab, ich hätte einen „Dämon der Kritik und des Widerstandes“. Er sei der Gesalbte und ich müsse ihm nur vertrauen – dann würde ich im geistlichen Verständnis weiterkommen.


Das war der Punkt, wo ich aus dieser Szene ausstieg. Hier wusste ich, dass da total was schief gegangen war. Ich war geschockt, unendlich traurig, verwirrt, wütend, einsam.... und zog mich aus der Szene zurück. Es begann eine Zeit, wo ich intensiv die Bibel mit den Lehren, die ich über die Jahre gehört hatte, verglich. Immer mehr fiel mir auf, was nicht passte, und ich erkannte viele massenhypnotische Techniken (die übrigens nicht nur dort angewendet werden/wurden, sondern auch auf vielen Showbühnen, in der Geschäftswelt, .... wieder ein weites Thema).


Inzwischen ist dieser Ablösungsprozess nicht mehr so aktiv – ich hab zu vielem einen Standpunkt gewonnen und halte mich von der Szene fern, versuche aber auch, die guten Seiten, die es auch gab, nicht aus dem Blick zu verlieren. Trotzdem bin ich jetzt wieder ein „nüchterner“ Christ und bin gegenüber religiösen Veranstaltungen aller Art sehr skeptisch.

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